Albanien, lohnt sich diese lange Anreise?
Eine Reise mit dem Wohnmobil durch Albanien eröffnet die Möglichkeit, zahlreiche wenig erschlossene Regionen sowie die vielfältige Kultur- und Naturlandschaft des Landes kennenzulernen. Vorurteile gegenüber der Bevölkerung sind unbegründet; wir begegneten stets herzlichen und hilfsbereiten Menschen.
Das freie Stehen ist in Albanien vielerorts erlaubt, wurde von uns jedoch selten genutzt, da private Anbieter kostengünstige Stellplätze zur Verfügung stellen. Durch deren Nutzung unterstützt man die einheimische Bevölkerung, die dafür eine grosse Dankbarkeit zeigt. Auch kleinere Hotels bieten häufig Stellplätze an und ermöglichen manchmal sogar die Mitbenutzung sanitärer Anlagen im Hotelzimmer.
Die abwechslungsreiche Landschaft Albaniens und die beeindruckende Natur bieten vielfältige Erlebnisse. Die ausgeprägte Gastfreundschaft sowie die lokalen kulinarischen Spezialitäten sind besonders empfehlenswert.
Mit dem eigenen Wohnmobil grössere Städte zu besuchen, ist oft keine gute Idee. Es ist wesentlich unkomplizierter, mit dem Taxi zu fahren. Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Fahrer äusserst zuverlässig sind: Wir haben entweder feste Abholzeiten vereinbart oder spontan ein Taxi per Handy bestellt. Die Organisation funktioniert reibungslos – per SMS erhält man Informationen über die geplante Ankunftszeit, die später nochmals bestätigt wird. So kann man sich entspannt und sorgenfrei in Großstädten bewegen – meist sogar in einem VW ID3! Tatsächlich werden fast alle Taxis elektrisch betrieben und sind überall auf den Strassen unterwegs.
Zur Anreise:
Unsere Anreise erfolgte über Deutschland, Österreich, Kroatien und Montenegro. Die zahlreichen Baustellen in Deutschland und Österreich führten zu erheblichen Verzögerungen und erhöhtem Zeitaufwand. Auch die mehrfachen Grenzübertritte erforderten mitunter längere Wartezeiten.
Für die Rückreise wurde die Fährverbindung von Durres (Albanien) nach Bari (Italien) gewählt. Ende Mai konnte ohne Schwierigkeiten eine Kabine gebucht werden. Die Fahrt entlang der italienischen Küste verlief sehr angenehm und reibungslos.
Unsere Etappen
| 1. Mai | SP Rennweg am Katschberg, Tauernautobahn, Pension Mühlbacherhof |
| 2.- 4. Mai | CP vor Mimice, Camp Sirena |
| 6. Mai | Kotor, Auto Camp Under The Olive Tree, Sv.Nedjelje 4/2, Kamenari 85343, Jošice, Montenegro |
| 8. Mai | CP Lake Skora Ressort, bester CP von Albanien, gutes Restaurant |
| 9. Mai | CP Plazhi Bardhe p4m vor Durres, sehr steile Zufahrt über die Düne |
| 10. Mai | CP Vlora Radhime, Nummer 41, Aussicht auf das Meer |
| 11. Mai | SP Gjirokastar ora RV, Nr. 66, Restaurant an der Strasse |
| 12. Mai | SP Berat, Zentrum Hinterhof bei Elisabetha, nahe Zentrum |
| 13. Mai | SP Durres beim Restaurant el Mar, Dusche und WC vom Hotel |
| 16. Mai | SP Village della Rosa, Italien zwischen Pescara und Ancona |
| 17. Mai | Stadtcamping Bologna, Bus 68 bei der Reception direkt ins Zentrum |
| 18. Mai | SP Bellinzona |
Erster Zwischenstopp Pension Mühlbacherhof am Katschberg








CP Mimice (Kroatien)

CP Lake Skodra Ressort









CP Plazhi Bardhe











CP Vlora Radhime


Gjirokastar
Gjirokastër – die „Stadt aus Stein“ im Süden Albaniens – ist UNESCO-Weltkulturerbe und berühmt für ihre schiefergedeckten Häuser und kopfsteingepflasterten Strassen. Sie liegt malerisch am Hang des Mali i Gjerë und überblickt das Drino-Tal.
🏛 Geschichte und Bedeutung
- Antike: Der Burgfelsen (Kalaja) war schon im 3. Jh. v. Chr. besiedelt.
- Mittelalter: Erste Erwähnung 1336 als Teil des Byzantinischen Reichs.
- Osmanische Zeit: Viele der heute sichtbaren Häuser stammen aus dem 17.–19. Jahrhundert.
- UNESCO: Seit 2005 gemeinsam mit Berat als Weltkulturerbe anerkannt.
- Berühmte Persönlichkeiten: Geburtsort von Schriftsteller Ismail Kadare und Diktator Enver Hoxha.
🌆 Architektur und Stadtbild
- „Stadt aus Stein“: Typische graue Schieferdächer und massive Steinhäuser, oft mehrstöckig und befestigt.
- Altstadt: Terrassenförmig angelegt, mit engen Gassen und steilen Treppen – daher auch „Stadt der tausend Stufen“.
- Basarviertel: Historischer Markt mit Handwerksläden und Cafés.
- Wohnhäuser: Berühmte Beispiele sind das Zekate-Haus und das Skenduli-Haus, die Einblicke in osmanische Wohnkultur geben.
🏰 Sehenswürdigkeiten
- Burg von Gjirokastër: Mächtige Festung mit Blick über das Tal, heute Museum und Veranstaltungsort.
- Ethnografisches Museum: Im Geburtshaus von Enver Hoxha, zeigt das Alltagsleben vergangener Jahrhunderte.
- Obelisk: Symbol für Bildung und Kultur, mit Panoramablick über die Stadt.
- Ali-Pascha-Brücke: Historisches Bauwerk nahe der Stadt.














Der Campingplatz befindet sich unmittelbar an einer Strasse, angrenzend an ein Restaurant. Die Einfahrt ist leicht zu übersehen. Hinter dem Restaurant entsteht derzeit ein grosszügig angelegter Camping- und Wohnmobilstellplatz. Für die Stadtbesichtigung organisierten wir über das Restaurant ein Taxi, das uns direkt ins Stadtzentrum brachte. Für die Rückfahrt kontaktierten wir die örtliche Taxizentrale, welche uns ebenfalls ein Fahrzeug in das Zentrum schickte. Mittels SMS wurden wir über das Eintreffen unseres bestellten Taxis informiert. Bei den eingesetzten Fahrzeugen handelt es sich um VW ID.6 – ausschliesslich Elektrofahrzeuge. Die Mitnahme unseres Hundes stellte keinerlei Probleme dar.
Berat
Berat ist eine der ältesten und schönsten Städte Albaniens, bekannt als die „Stadt der tausend Fenster“ und seit 2008 UNESCO-Weltkulturerbe. Sie liegt malerisch am Fluss Osum und besticht durch ihre weissen Häuser mit grossen Fenstern, die sich dicht an den Hang schmiegen.
🏛 Geschichte und Kultur
- Gründung: Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. von Illyrern befestigt; später byzantinische Grenzstadt.
- Namen: Im Mittelalter auch als „Belgrad“ bekannt – übersetzt „weisse Stadt“.
- UNESCO-Welterbe: 2008 aufgenommen wegen der einzigartigen Architektur und der Altstadtviertel Mangalem, Gorica und Kalaja.
- Religiöse Vielfalt: Zahlreiche Moscheen und Kirchen, die selbst die kommunistische Zeit überstanden haben.
🌆 Stadtteile und Sehenswürdigkeiten
- Mangalem-Viertel: Typische osmanische Häuser mit den berühmten grossen Fenstern.
- Gorica: Am gegenüberliegenden Flussufer, verbunden durch die historische Gorica-Brücke.
- Kalaja (Burg): Eine Festung mit ganzen Wohnvierteln, Kirchen und Moscheen – von hier hat man einen Panoramablick über die Stadt.
- Museen: Das Onufri-Museum mit Ikonenmalerei und das Ethnographische Museum zählen zu den kulturellen Höhepunkten.
🌄 Umgebung und Natur
- Osumi-Canyon: Südlich von Berat gelegen, spektakuläre Schlucht für Tagesausflüge.
- Berg Tomorr: 2416 m hoch, ein heiliger Berg für viele Albaner.
- Weingüter: Die Region ist bekannt für ihre Weinproduktion – Verkostungen sind sehr beliebt.
🚍 Praktische Hinweise
- Einwohner: Rund 40.665 in der Stadt, 62.232 in der Grossgemeinde (2023).
- Anreise: Von Tirana aus mit Bus, Taxi oder Mietwagen; es gibt keine Zugverbindung.
- Besichtigungsdauer: 1–2 Tage für die Altstadt, plus einen Tag für Ausflüge in die Umgebung.
✨ Warum Berat besonders ist
Berat vereint Geschichte, Architektur und Natur auf engem Raum. Die weissen Häuser mit ihren vielen Fenstern verleihen der Stadt einen unverwechselbaren Charme. Gleichzeitig ist Berat ein Symbol für das friedliche Nebeneinander verschiedener Religionen und Kulturen.
Wenn du Albanien bereist, ist Berat ein Pflichtstopp – kompakt, eindrucksvoll und voller Geschichten, die sich zwischen den alten Mauern und am Fluss Osum entfalten.



















